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Bildung
07. November 2023

Schulbildung verbessern, um MINT-Fachkräftelücke zu schließen

Bildungskongress
Angesichts der Ergebnisse des neuen MINT-Herbstreports erneuerte Dr. Volker Schmidt seine Forderung nach grundlegenden Reformen für das deutsche Schulsystem. Foto: Herzig (Archiv)

Um den Wirtschaftsstandort Deutschland zu schützen braucht es nach Ansicht von Dr. Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer von Niedersachsenmetall, dringend grundlegende Reformen bei der schulischen Ausbildung. "Die neusten Zahlen zur Fachkräftelücke in MINT-Berufen unterstreichen einmal mehr, dass wir einen eklatanten Fachkräftemangel haben, der die Wirtschaftskraft und Innovationsfähigkeit des Standorts Deutschland zunehmend bedroht."

Der neue MINT-Herbstreport des Instituts der deutschen Wirtschaft konstatiert, dass die Fachkräftelücke im MINT-Bereich trotz der schwierigen Wirtschaftslage nur geringfügig geschrumpft ist. Im September wurden bundesweit rund 476 400 Stellen im MINT-Bereich als offen gemeldet, bei etwa 195 920 arbeitslos gemeldeten Menschen, die gern in einem solchen Beruf arbeiten würden. Die Lücke von etwa 285 800 Menschen lag damit etwas unter den 326 100 Menschen ein Jahr zuvor. Die größten Engpässe gebe es in den Bereichen Energie- und Elektro, Maschinen- und Fahrzeugtechnik, sowie in IT-Berufen und in der Metallverarbeitung.

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"Unsere Wettbewerbsfähigkeit wird in den kommenden Jahren noch stärker davon abhängen, ob es uns gelingt, die Fachkräftelücke in den MINT-Berufen zu schließen", sagt Schmidt. Zuwanderung allein werde nicht ausreichen. Man müsse sich stärker auf die Verbesserung der schulischen Ausbildung fokussieren. 

Angesichts der Vorstellung der Ergebnisse MINT-Herbstreports erneuerte Schmidt die Forderung des Verbands und der Stiftung NiedersachsenMetall nach einem spürbaren Abbau von Bürokratie in den Schulen: "Zu oft erlahmt das Interesse junger Menschen an MINT, weil Schulen aufgrund von Personalmangel, bürokratischen Vorgaben oder fehlender Ausstattung nicht in der Lage sind, die Faszination für MINT aufrecht zu erhalten – so sehr sich viele Lehrkräfte auch über die Maßen engagieren."

Steigende Schülerzahlen, steigender Lehrerbedarf

Etwa 843 000 Schülerinnen und Schüler besuchten im vergangenen Schuljahr die Schule in Niedersachsen. Dem MINT-Herbstreport zufolge etwa 7,8 Prozent weniger als noch vor zehn Jahren. Doch der Rückgang der Schülerzahlen wird sich den Autoren der Studie zufolge bald ins Gegenteil umkehren. Für das Schuljahr 2031/32 prognostizieren sie ein Wachstum von 4,8 Prozent im Vergleich zum aktuellen Stand.

Auch bundesweit erwarten die Verfasser des Reports eine Zunahme der Schülerzahlen. Gründe seien eine höhere Geburtenrate und verstärkter Zuzug aus dem Ausland. Dadurch steige auch der Bedarf an Lehrkräften. In Niedersachsen kommen auf eine Vollzeitlehrkraft derzeit zwischen 12,5 und 14,6 Schülerinnen und Schüler; bundesweit sind es 14,1 bis 15,4 Schüler. Bereits jetzt würden bundesweit 791 000 Lehrkräfte fehlen, zum Schuljahr 2033/34 voraussichtlich 856 000 Lehrkräfte. Im MINT-Bereich werde sich der Bedarf bundesweit bis 2035 um 18 000 auf 132 000 erhöhen.

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